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Bibel als gott-inspirierte Schrift - Bibel als von-Gott-inspirierte Schrift, ist sie wörtlich zu nehmen oder symbolisch auszulegen?

Die Bibel - eine von Gott inspirierte Schrift

Für die einen ist die Bibel das wörtlich zu nehmende Buch Gottes, für Andere sind es religiöse Erzählungen mit teils hohem Wahrheitsanteil.
 
Ich persönlich betrachte die Bibel als eine Reihe von 'gott inspirierten Schriften', genauso wie andere apokryphe Schriften und andere inspirierte Schriften aus weiteren Kulturen.
 

Wörtliche Auslegung unmöglich

Eine wörtliche Auslegung der Bibel halte ich für unmöglich, es sei denn, jemand würde die Schriften in der Orginalsprache lesen und verfügte über tiefes Wissen der damaligen Kultur in dieser Region.
Da nur Wenige über soviele Studien verfügen, bleibt uns Nichtstudierten nur eine sinngemässe Interpretation der Bibel.
 
Wie gefährlich eine wörtliche Auslegung ist, sei an einem kurzen amüsanten Gedankenspiel verdeutlicht. Wenn heutzutage ein Teenager nach einem Lobpreisgottesdienst seiner Urgrossmutter erzählt, er hätte einen geilen Gottesdienst gehabt, würde die Ärmste sich darunter eine wilde Sexorgie mitten in der Kirche vorstellen.
Würde derjenige auch noch ein T-Shirt tragen auf dem steht: 'Jesus ist geil', würde sie ihm vermutlich sogar eine runterhauen.
 
Dieses kleine Beispiel zeigt, wie die Wertung eines Wortes innert wenigen Jahrzehnten komplett verdreht werden kann und dies wohlgemerkt innerhalb desselben Kulturkreises.
Wie in aller Welt wollen wir dann 2000 jährige Worte aus einer uns fremden Kultur wörtlich nehmen, die sogar übersetzt wurden?
 
Doch sollte uns das nicht allzusehr beunruhigen, wie bei jedem Text zählt nicht das Wort sondern der Sinn dahinter, wir wären also gut beraten, wenn wir dem Sinn mehr Bedeutung zumessen würden als dem Wort selbst, das doch nur Werkzeug ist um das Unsagbare auszudrücken.
Neue Jerusalemer Bibel von Vögtle, Anton / Deissler, Alfons (Hrsg.)

Gleichnisse, des Rätsels Lösung

Deshalb sind vorallem die Gleichnisse von unschätzbarem Wort, gelobt sei der Herr, dass Jesus uns sein Denken in dieser zeitlosen Form überlassen hat.
 
Ein Gleichnis ist immer eine abstrakte Übertragung in ein Sinnbild. Dieses Sinnbild wird nun vom Leser aufgenommen und bedarf einer Rückübersetzung. Diese Rückübersetzung geht jedoch nun in die Welt des Lesers, das heisst, ein Araber zur Zeit Christi würde eine ganz andere Übersetzung geben als ein moderner Mensch der Neuzeit. Trotzdem würden beide die Kernwerte wahrnehmen, weil diese sozusagen in einer symbolischen Form erhalten geblieben sind.
 
So ist die Deutung eines Gleichnisses immer eine ganz persönliche Antwort auf eine Frage, für jeden seine individuelle Lehre die dazu noch von Situation zu Situation variiert. Du wirst beim Nachdenken über ein Gleichnis heute andere Lehren empfangen als wenn Du dies nächstes Jahr tust, das macht diese Worte so lebendig, sie wachsen mit uns mit.
 
Deshalb sind für mich die Gleichnisse von Jesus die wertvollsten Perlen der gesamten Bibel.
Wenn der Himmel die Erde berührt von Eugen Drewermann

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